Senioren aus Zwingenberg und Umgebung erzählen von der NS-Zeit

Aufmarsch der Hitlerjugend bei einem Zeltlager in Bensheim 1935 (Bildrechte: Stadtarchiv Bensheim) Aufmarsch der Hitlerjugend bei einem Zeltlager in Bensheim 1935 (Bildrechte: Stadtarchiv Bensheim)

Der Alltag in der Nazizeit: Zwingenberger und Alsbacher Zeitzeugen berichten von ihren Erfahrungen

Drei Zwingenberger und eine Alsbacherin schildern bei einer Veranstaltung am 25. Oktober (Donnerstag), wie sie ihre Kindheit und Jugend in den Dreißiger Jahren bis zum Kriegsende erlebt haben und wie sie diese Erinnerungen noch heute bewegen: Willi Marquard (Jahrgang 1929), die Alsbacherin Lena Krämer (Jahrgang 1934), Friedrich Schuchmann (Jahrgang 1936) und Helmtrud Vetter (Jahrgang 1938), die die verheerende Brandnacht in Darmstadt miterlebt hat. Das Gespräch mit den Zeitzeugen beginnt um 19.30 Uhr im Saal des Alten Amtsgericht; es wird veranstaltet vom Arbeitskreis „Zwingenberger Synagoge“; die Moderation übernimmt die Journalistin Ulrike Jaspers-Kühnhold, zweite Vorsitzende des Arbeitskreises.

In den Familien wurde mit den jüngeren Kindern möglichst wenig über Judenverfolgung, Nazis und Krieg gesprochen, es gab viele Tabus, nicht zuletzt um sich selbst und die Familie zu schützen und in keiner Weise aufzufallen. Aber auch diejenigen, die erst ab Ende der 1920er Jahren zur Welt kamen, nahmen wahr, dass etwas nicht stimmte: Warum wurden die Franks von nebenan im November 1938 mit Eiern beworfen und als Juden beschimpft? Warum erlaubte die Volksschullehrerin, die 1942 jeden Morgen die Zahl der abgeschossenen Flieger der Feinde an die Tafel schrieb, nicht die Frage eines aufgeweckten Erstklässlers, wie viele deutsche Flugzeuge abgestürzt seien? Warum bekam die Mutter Ärger, als sie einen Mantel aus der Wintersammlung nicht verschickte, sondern einer Bedürftigen im Ort gab?

Die freimütigen Fragen, die sie als Kinder stellten, haben sie später nicht mehr losgelassen – insbesondere seitdem sie im Seniorenalter sind. So hat beispielsweise Willi Marquard seine Erinnerungen 2016 in einem Buch veröffentlicht: „Vom Hitlerjungen zum Volkssturmsoldaten“. Alle vier Zeitzeugen suchen das Gespräch mit ihren Kindern und vor allem mit den Enkeln – nicht zuletzt, damit sie wachsam sind gegenüber rechtsradikalen Strömungen.

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