Zwei jüdische Perspektiven auf die Protestbewegungen rund um 1968

Ein Podiumsgespräch mit Wolfgang Seibert und Esther Dischereit, moderiert von Johannes Spohr.

Das Jahr 2018 weist einige, für die radikale Linke bedeutsame Jubiläen auf. Neben Karl Marx‘ 200. Geburtstag ist hier insbesondere der 50. Jahrestag der sogenannten 68er-Revolte zu nennen, die beide breit in der bundesdeutschen Öffentlichkeit aufgegriffen und teils kulturindustriell verwertet werden. Als Schlüsselereignis »der Bewegung« wird gemeinhin die Ermordung Benno Ohnesorgs am 2. Juni 1967 betrachtet. Aber auch der nur drei Tage später, am 5. Juni, ausgebrochene Sechstagekrieg hat die Geschichte der Linken entscheidend geprägt. Mit dem Podium wollen wir – da es für die Entstehungszeit des JUZ bedeutsam ist – versuchen, sowohl im innerlinken als auch im bundesdeutschen Diskurs weniger beachtete Perspektiven auf die »68er« zu Wort kommen zu lassen.

Stimmen von Menschen, die sich um 1968 in Frankfurt am Main aufhielten, dort entscheidende Jahre ihrer Politisierung erlebten, aus unterschiedlichen Gründen eine kritische Distanz zu Teilen »der Bewegung« einnahmen, sich andere Interessensgebiete suchten, ohne sich dabei von link(sradikal)en, z. B. erinnerungspolitischen oder rassismus- und antisemitismuskritischen Projekten abzuwenden – ja, teilweise sogar mit einiger Distanz zu einer Reaktivierung ihres politischen Engagements, das bis heute anhält, kamen. Ziel soll es sein, über die biografische Rekonstruktion entlang von, für die radikale Linke teils ausschlaggebenden, historischen, aber auch für die Protagonist*innen persönlich bedeutsamen Ereignisse Geschichte fernab der großen Narrative für nachfolgende Generationen erfahrbar zu machen und festzuhalten.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit »Input« Mannheim/Heidelberg statt.

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