Cinema Quadrat

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Rosen für den Staatsanwalt

1959 findet wie jedes Jahr im kleinen Eifeldorf die Kirmes statt. Als das Karussell im Boden verankert werden soll, entdeckt der Schausteller ein Skelett, daneben Stahlhelm und Maschinengewehr. Damit kommt die verdrängte Geschichte von Robert Mertens ans Tageslicht, der 1944 desertiert und in den Heimatort geflohen war. Weder Freunde noch Pfarrer noch Eltern aber wollten den Fahnenflüchtigen verstecken, Selbstmord war sein einziger Ausweg. Inzwischen freilich ist der damalige NS-Ortsgruppenleiter zum Bürgermeister mutiert, und das Vergangene soll auf alle Fälle begraben bleiben...

Wolfgang Staudte, von dem einige der besten filmischen Auseinandersetzungen mit der NS-Zeit stammen, untersucht mit klarem Blick und bitterem Resümee die Kontinuität von Feigheit und Duckmäusertum. Für die Süddeutsche Zeitung in einer zeitgenössischen Kritik seit DIE BRÜCKE „der wichtigste, anständigste deutsche Zeitfilm, der sich offen der Vergangenheit stellt.“

Kategorie: Kino / Theater

Kirmes

1959 findet wie jedes Jahr im kleinen Eifeldorf die Kirmes statt. Als das Karussell im Boden verankert werden soll, entdeckt der Schausteller ein Skelett, daneben Stahlhelm und Maschinengewehr. Damit kommt die verdrängte Geschichte von Robert Mertens ans Tageslicht, der 1944 desertiert und in den Heimatort geflohen war. Weder Freunde noch Pfarrer noch Eltern aber wollten den Fahnenflüchtigen verstecken, Selbstmord war sein einziger Ausweg. Inzwischen freilich ist der damalige NS-Ortsgruppenleiter zum Bürgermeister mutiert, und das Vergangene soll auf alle Fälle begraben bleiben...

Wolfgang Staudte, von dem einige der besten filmischen Auseinandersetzungen mit der NS-Zeit stammen, untersucht mit klarem Blick und bitterem Resümee die Kontinuität von Feigheit und Duckmäusertum. Für die Süddeutsche Zeitung in einer zeitgenössischen Kritik seit DIE BRÜCKE „der wichtigste, anständigste deutsche Zeitfilm, der sich offen der Vergangenheit stellt.“

Kategorie: Kino / Theater

Der letzte Akt

Der Untergang ist nahe: Im April 1945 verschanzen sich Adolf Hitler und die verbliebenen "Größen" des Dritten Reiches mitsamt Familien im Führerbunker in Berlin. Georg Wilhelm Pabst, Meister des Films der Weimarer Zeit, erzählt in dieser hauptsächlich österreichischen Produktion minutiös die letzten zehn Tage im Bunker nach in einer Mischung aus dokumentarischen, pseudo-dokumentarischen und frei erfundenen Szenen. Rein fiktiv allerdings ist die Figur des "aufrechten Deutschen", Hauptmann Wüst, um den sich die ganze konzentrierte Psychopathologie des Dritten Reiches gruppiert.

Vorlagen waren ein Entwurf von Erich Maria Remarque sowie das Buch „In zehn Tagen kommt der Tod“, verfasst von einem Richter bei den Nürnberger Prozessen. Zehn Jahre nach den dargestellten Geschehnissen war Deutschland nicht bereit für den Film: Er verschwand nach wenigen Tagen aus den Kinos, und die Filmbewertungsstelle verweigerte dem Film ein Prädikat, weil er Hitler in einem „historisch nicht ganz überblickbaren Raum“ darstelle und zudem eine „bewusste Meinungslenkung“ sei.

Kategorie: Kino / Theater

Die Brücke

April 1945. Sieben 16jährige Jungen stehen vor der Einberufung; die meisten Erwachsenen sind entsetzt – doch die Jungens sind aufgeregt, stehen sie doch vor dem Abenteuer Krieg. Nach einem Tag Grundausbildung werden sie abgestellt, eine an sich völlig unwichtige Brücke gegen die anrückenden Amerikaner zu verteidigen.

Wicki schuf mit beeindruckender Dramaturgie und starken Bildern unheimlich authentisch wirkende Filmeindrücke, denen sich der Zuschauer nicht entziehen kann: Eine komplexe Konstellation aus fehlgeleitetem Idealismus, Heldenwahn, Duckmäusertum und militärischem Irrsinn mit erschütternder Kompromisslosigkeit. DIE BRÜCKE ist einer der am meisten ausgezeichneten deutschen Nachkriegsfilme, auch international mit dem Golden Globe und einer Oscarnominierung.

Kategorie: Kino / Theater

Nachts, wenn der Teufel kam

Sommer 1944. Ein Frauenmörder geht um. Kriminalkommissar Kersten, Fronturlauber, beschäftigt sich mit dem Fall und ist sicher, dass ein geistesgestörter Serientäter dahinter steckt. Dem SS-Gruppenführer gefällt die Idee, ein Argument mehr, sich der Ermordung geistig Behinderter zu widmen – und tatsächlich kann der Kommissar den unzurechnungsfähigen Bruno Lüdke überführen. Der ist geständig – doch dann kommt Order von oben: Im Dritten Reich ist es ausgeschlossen, dass debile Massenmörder jahrelang ihr Unwesen treiben. Kersten soll den Fall fallenlassen – doch für einen der Morde sitzt ein Unschuldiger in der Todeszelle... Eine Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Form eines Thrillers mit Noir-Einschlag war in der BRD der 1950er Jahre eine Ausnahme. Der 1952 aus dem US-Exil zurückgekehrte Robert Siodmak schuf eine so spannende wie radikale Abrechnung mit einem ideologisch zutiefst verseuchten Staatsunwesen. Für Mario Adorf, der in der Rolle des Mörders brilliert, war dieser Film der Karrieredurchbruch.

Kategorie: Kino / Theater

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