Überleben im Ghetto von Hongkew/Shanghai 1940-1947

Überleben im Ghetto von Hongkew/Shanghai 1940-1947

Zeichnungen und Aquarelle von John H. Less (1923 Berlin-2011 New Jersey)

Shanghai wurde nach 1938 zu einem der letzten Zufluchtsorte für Juden aus Deutschland. Ab 1942 richtete die japanische Besatzungsmacht dort auf 2,5 Quadratkilometern das Ghetto Hongkew für ca. 20.000 Flüchtlinge ein, die neben ortsansässigen Chinesen in unvorstellbar bedrängten Verhältnissen lebten. Not, Hunger und Krankheiten grassierten, Arbeitsmöglichkeiten gab es nur wenige. Die bereits ortsansässige, zumeist sefardisch-jüdische Gemeinde der Baghdadi und das American Jewish Joint Distribution Committee (JDC) versuchten, die Not zu lindern. Aber auch die Geflüchteten selbst bauten sich ein eigenes Kulturleben auf mit Schulen, Zeitungen, Cafés und sogar einem Theater. 1945 wurde das Ghetto von amerikanischen Truppen befreit.

John H. Less wurde als Hans Less in Berlin 1923 geboren. Die Familie war seit Generationen im Textilhandel tätig. Nach der mittleren Reife begann er noch in Berlin eine Ausbildung als Grafiker. Als 16jähriger gelang ihm mit seiner Familie 1939/40 die Flucht mit einem japanischen Transitvisum von Berlin nach Schanghai auf dem Landweg mit der transsibirischen Eisenbahn. Die Kriegsjahre verbrachte er im Ghetto Schanghai, wo er seine Familie mit graphischen Arbeiten über Wasser halten konnte, bis die Familie 1947 in die USA auswanderte. Dort wurde er zu einem erfolgreichen Werbegrafiker einer Kaufhauskette. In den 1990er Jahren schuf er nach den im Ghetto von Shanghai angefertigten Skizzen eine Serie von Aquarellen, die seine Erlebnisse und das Überleben im Ghetto schildern.

Die Ausstellung zeigt aus konservatorischen Gründen die extrem fragilen Originale nicht, sondern verwendet Reproduktionen, die durch Text erläutert werden. Sie versucht, das Überleben im Ghetto unter drei unterschiedlichen Aspekten zu fassen: wie waren die Lebensbedingungen im Ghetto, wie blickten die neuangekommenen Flüchtlinge auf das chinesische Umfeld und welchen interkulturellen Austausch gab es. Dabei stehen den Originalskizzen aus der Ghettozeit jeweils die späteren Aquarelle gegenüber und es wird analysiert, inwieweit sich die Wahrnehmung aus dem Rückblick verändert hat.
Entsteht so etwas wie eine Ghettonostalgie?

18 .April 2018 – 30. September 2018
Sie sind herzlich zur Vernissage am 18. April 2018 um 18.00 Uhr im Foyer der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg eingeladen.

Danach kann die Ausstellung vom 19.4.2018 bis zum 30.9.2018 zu folgenden Öffnungszeiten besucht werden:
Mo - Do: 9:00 - 20:00 Uhr
Fr: 9:00 - 15:00 Uhr
So: 12:00 - 18:00 Uhr

Ausstellungsprojekt von Studierenden des M.A. Museologie der HfJS.
Flyer zum Download: http://www.hfjs.eu/md/hfjs/hochschule/lehre/infos_zur_ausstellung_less.pdf

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